Martin Frank als engagierter Pate gegen Rassismus

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Hutthurmer Kabarettist trifft im Rahmen von „Schule ohne Rassismus“ seine Patenkinder von Berufs- und Wirtschaftsschule zur lockeren Kennenlern-Runde

 

„Der ist voll süß“…so schwärmten am Donnerstag die Schüler der kaufmännischen Berufsschule und der Wirtschaftsschule Passau über ihren neuen Paten – Martin Frank. Der Hutthurmer Kabarettist ist seit einigen Wochen offizieller Pate der beiden Schulen im Rahmen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Trotz seines straffen Terminkalenders zeigte er nun, dass er sein Amt sehr ernst nimmt und traf seine „Patenkinder“ zu einem lockeren Kennenlernen an der Berufsschule 2. Dabei spielte er Szenen aus seinem aktuellen Programm und stellte sich den Fragen der Schüler.

Schulleiter Robert Lindner begrüßte den Gast und freute sich über dessen anhaltendes Engagement für die beiden Schulen. Dies lobte auch Anja Wessely als Vertreterin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und betonte, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig sei, sich gegen Rassismus einzusetzen. Immer mehr Schulen sind auch offiziell dazu bereit und haben sich Deutschlands größtem Schulnetzwerk angeschlossen, das mittlerweile bundesweit rund 2500 Schulen umfasst. „Sie alle haben sich verpflichtet, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt vorzugehen“, so Wessely.

Ganz in diesem Sinne engagieren sich auch die Schüler der Wirtschaftsschule und der Berufsschule 2 in Passau und präsentierten ihrem Paten Martin Frank und den rund 80 Gästen einige Ergebnisse ihrer Arbeit gegen Rassismus. Darunter war beispielsweise ein umfangreiches Kennenlernprojekt an der kaufmännischen Berufsschule mit der Flüchtlingsklasse der Sozialkundelehrerin Daniela Moser. Eine Schülerin stellte als Fazit fest: „Es stimmt überhaupt nicht, dass es unter den Flüchtlingen lauter Islamisten und Terroristen gibt. Das ist einfach nur gelogen. Sie haben zwar eine andere Religion, sind aber ansonsten genauso wie wir.“ Starke Worte, für die sie viel Applaus von den Zuhörern bekam.

Martin Frank (links) im Interview mit Jenny Ermantraut (10 B) und Lorent Ramaj (10A)

Auch Martin Frank teilt diese Erfahrungen und erzählte im Schülerinterview von den Vorurteilen mancher Menschen im Umgang mit Flüchtlingen und wie er vehement dagegen einschreitet. Überhaupt macht er deutlich, dass ihm jede Art von Vorurteilen, Rassismus und Ausgrenzung zuwider sind.  Jenny Ermantraut und Lorent Ramaj (beide 10. Klasse, Wirtschaftsschule) entlocken ihrem Gesprächspartner dann noch ein paar Details aus seinem Privatleben. „Nein, ich bin nicht vergeben…momentan hab ich noch genug mit mir selbst zu tun, da hätte ich gar keine Zeit für eine Beziehung“, so Martin Frank schmunzelnd. Bereitwillig erzählte er auch Anekdoten aus seiner Schulzeit, denn er war selbst vor einigen Jahren noch Schüler an der Wirtschaftsschule bzw. Berufsschule (Bereich Verwaltung). „Personalwesen war nicht so meins“, meinte er ehrlich, „und Englisch eigentlich auch nicht“. Da kam das persönliche Geschenk des Physiklehrers Josef Pankratz von der WS Passau gerade recht, der für seinen ehemaligen Schüler dessen früheres Physikbuch (mit Martin Franks Unterschrift innen) herausgesucht hatte, sowie den Sitzplan seiner ehemaligen 10. Klasse. „Ich saß meistens vorne in der zweiten Reihe…aber am Fenster, damit ich rausschauen konnte, wenn‘s mir mal langweilig war“, ergänzte Martin Frank augenzwinkernd, der sich über die kleine Überraschung sichtlich freute.

Erinnerungen an die Schulzeit: Lehrer Josef Pankratz überreicht Martin Frank (links) dessen früheres Physikbuch

Im Anschluss daran bot Martin Frank seinen Zuhörern Kabarett vom Feinsten. Als Exilniederbayer in München kennt er sich aus mit Integrations- und Religionsfragen. Wussten Sie beispielsweise, dass ein „Grüß Gott“ in der Münchner U-Bahn als Belästigung empfunden werden kann? Martin Franks Figuren der „Jutebeutel-Schickeria“ zeigen dies anschaulich. Aber auch das „Kulturelle“ kam thematisch nicht zu kurz, denn „mia samma ja schließlich in der Schule“, so Frank. Er präsentierte in diesem Zusammenhang Opernarien, die er höchst eindrucksvoll, stimmgewaltig und mit viel Gefühl vortrug. Diese wurden von ihm stellenweise kabarettistisch verfremdet, sehr zur Freude der Zuhörer. So wird aus einer Händel-Arie eben auch mal eine Hendl-Arie.

Am Ende wird sein Einsatz mit tosendem Applaus belohnt. Den hatte er sich in mehrfacher Hinsicht verdient, zum einen aufgrund seiner sympathischen Art und seiner überzeugenden Kabarettleistung und zum anderen, weil er für seinen Auftritt in der Berufsschule 2 keine Gage verlangte. Denn das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ liegt ihm sehr am Herzen und da bringt er sich auch als Pate gern ein. „Rassismus hat nirgendwo auf der Welt etwas verloren und schon gleich gar nicht in Schulen“, so der weltoffene und tolerante Künstler.

Voller Einsatz für „Schule ohne Rassismus“: Martin Frank spielt Szenen aus seinem aktuellen Programm „Alles ein bisschen anders“

LINK zu TRP1: http://www.trp1.de/prominente-unterstuetzung/

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