{"id":1692,"date":"2013-09-25T08:42:23","date_gmt":"2013-09-25T06:42:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wspassau.de\/sonstiges\/100jahre\/?page_id=1692"},"modified":"2013-10-04T13:30:09","modified_gmt":"2013-10-04T11:30:09","slug":"adolf-hiendl","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wspassau.de\/sonstiges\/100jahre\/erinnerungen\/adolf-hiendl\/","title":{"rendered":"Adolf Hiendl"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.wspassau.de\/sonstiges\/100jahre\/erinnerungen\/adolf-hiendl\/hiendl_adolf\/\" rel=\"attachment wp-att-1694\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1694 alignleft\" alt=\"Hiendl_Adolf\" src=\"http:\/\/www.wspassau.de\/sonstiges\/100jahre\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Hiendl_Adolf.jpg\" width=\"100\" height=\"130\" \/><\/a>Erinnerungen eines Architekten<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie Adolf Hiendl nach der Handelsschule Karriere machte<\/p>\n<p>Wenn Adolf Hiendl von seinem Haus in der Innstadt aus dem Fenster schaut, f\u00e4llt sein Blick auf die Turnhalle des Leopoldinums gegen\u00fcber. Der Bau, mehr als 40 Jahre alt, angesichts der historischen \u201eNachbarschaft\u201c trotzdem jung, f\u00fcgt sich in das Ensemble der Altstadt ein, ohne zu st\u00f6ren. Hiendl findet die Halle immer noch gut, er hat sie schlie\u00dflich auch geplant. So wie mehr als 900 andere Projekte im Laufe seiner Karriere. Seit Anfang 2000 ist Adolf Hiendl rein beruflich betrachtet im Ruhestand. Davor war er als Architekt erfolgreich, als Privatmann sozial und gesellschaftlich engagiert.<\/p>\n<p>Ein Fundament f\u00fcr diesen Erfolg war f\u00fcr Hiendl neben pr\u00e4genden Erfahrungen im Elternhaus auch der Besuch der Handelsschule. Von 1948 bis 1951 war Adolf Hiendl dort Sch\u00fcler. Damals wurde noch im Geb\u00e4ude der heutigen Staatsbibliothek in der Michaeligasse unterrichtet. Mit rund 40 anderen Buben sa\u00df Hiendl damals in einer Klasse, sie kamen aus ganz Niederbayern. Die Ausstattung der Schule nach den Kriegsjahren war wenig feudal. Es gab keinen Physiksaal, keinen Chemiesaal. Wenn Hiendl an diese Schuljahre zur\u00fcckdenkt, fallen ihm Strenge und Disziplin ein. \u201eRumflegeln\u201c gab es nicht\u201c, sagt Hiendl. Er ging trotzdem gerne hin. Am liebsten h\u00e4tte er das auch noch am Wochenende getan. \u201eWir haben die Lehrer oft gebeten, ob wir nicht auch da etwas unternehmen k\u00f6nnten\u201c, erinnert sich Hiendl. Das lag an Pers\u00f6nlichkeiten wie Josef Gierster, Franz Scheigele und anderen, die Hiendl mit ihrer Art begeisterten und mitrissen. Peter Pratter war der pr\u00e4gende P\u00e4dagoge in der Volksschule.<\/p>\n<p>Adolf Hiendls St\u00e4rken sind Mathematik und Wirtschaft und jede Art von Sport. Diesen Drang nach Bewegung hat er bis heute. Sein Schulgewicht von damals \u00fcbrigens auch. Schon in der Handelsschule wei\u00df Adolf Hiendl genau, was er will und was nicht. Er wird als achtes Kind von Anna und Josef Hiendl geboren und ist der Nachz\u00fcgler der Familie. Die Eltern kamen aus Mitterfels und Plattling und haben sich schon in den 20er-Jahren in Passau einen Namen gemacht: Sie gr\u00fcndeten hier eine Firma f\u00fcr Orgelbau, eine Schreinerei und das M\u00f6belhaus Josef Hiendl. Adolf Hiendl hat trotz der Wirren des Kriegs eine sch\u00f6ne Kindheit. Er w\u00e4chst mit der Liebe und F\u00fcrsorge der Mutter und der unternehmerischen Umtriebigkeit des Vaters auf. Seinen Betrieb \u00fcbernehmen will er aber trotzdem nicht. Das beschlie\u00dft er schon mit 14 Jahren. Zu dieser Zeit fasziniert Adolf Hiendl das Zeichnen, am liebsten tut er das auf dem Nudelbrett als Unterlage, jeden Sonntag, nachdem es der Vater fein s\u00e4uberlich geputzt hat. Er setzt sich zum Ziel Ingenieur zu werden und verfolgt das fortan konsequent. \u201eIch wollte etwas Eigenes haben\u201c, erz\u00e4hlt Hiendl.<\/p>\n<p>Mit 17 Jahren verl\u00e4sst er die Handelsschule. \u00dcber zwei Vorsemester, entsprechend der heutigen Hochschulreife, kam er 1953 am Oskar von Miller-Polytechnikum in M\u00fcnchen Bauingenieurswesen und Architektur studieren. 1957 schlie\u00dft er das Studium mit der Note 1,7 ab. Hiendl arbeitet in einem Ortenburger Architekturb\u00fcro, sammelt Erfahrungen in Schweden und der Schweiz, doch schnell dr\u00e4ngt es ihn in die Selbst\u00e4ndigkeit. Sie ist Reiz und Triebfeder f\u00fcr ihn. Der Kampf, die richtigen Ideen zu finden und f\u00fcr die eigene Leistung etwas zu bekommen, erscheint ihm Zeit seines Arbeitslebens spannend. Zudem ist es eine gute Zeit f\u00fcr Architekten: \u201eNach dem Krieg war die Zeit reif f\u00fcrs Bauen\u201c, sagt Hiendl. Sein B\u00fcro besch\u00e4ftigt in den folgenden Jahrzehnten mitunter bis zu 18 Mitarbeiter. Mit ihnen verwirklicht er gro\u00dfe Betriebsanlagen, Schulen, Sportanlagen oder Privath\u00e4user in ganz Deutschland. Auch in Passau stehen viele Hiendl-Bauten: Die Tiefgarage am R\u00f6merplatz, das Feuerwehrhaus in der Innstadt, der Turm am Schanzl etc.<\/p>\n<p>Neben seinem Beruf tanzt Adolf Hiendl auf vielen anderen Hochzeiten. Anfang der 70er-Jahre sa\u00df er sechs Jahre f\u00fcr die CSU im Stadtrat. Er war und ist Mitglied der Vertreterversammlung und in diversen Aussch\u00fcssen der Bayerischen Architektenkammer. Er war Vizepr\u00e4sident der Freischaffenden Architekten Deutschlands (VFA). Wie seinen Beruf, liebt Adolf Hiendl auch die Geselligkeit. Er ist der geborene Vereinsmensch. 14 Jahre ist er Vorsitzender des Motorsportclubs im ADAC. Als solcher ruft er die MSC-Flohm\u00e4rkte ins Leben. Die Erl\u00f6se von mehr als einer Million Mark werden f\u00fcr soziale Projekte im Rettungswesen in Stadt und Landkreis Passau verwendet. 1987 bekommt Adolf Hiendl f\u00fcr sein soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz. Es ist nur eine Auszeichnung von vielen, aber die h\u00f6chste. 12 Jahre ist Hiendl der Chef des Turnvereins 1862. In dieser Zeit gr\u00fcndete er die Volleyball-AH, die n\u00e4chstes Jahr 40-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um feiert und deren Pr\u00e4sident er noch immer ist.<\/p>\n<p>Adolf Hiendl ist bis heute neugierig auf die Welt: Er war in Tibet, in den USA, in Lappland. Die Liste lie\u00dfe sich lange fortsetzen. Erst k\u00fcrzlich ist er von einer Motorradreise aus Slowenien zur\u00fcckgekehrt. Ein Hobby, das er mit Freunden und seiner Frau Evelin teilt, mit der er seit zwei Jahren verheiratet ist. Die Wachau liebt Hiendl besonders, weshalb er 1995 den Freundeskreis Passau-Krems gr\u00fcndete. Heute ist er Ehrenpr\u00e4sident des Vereins, gesch\u00e4tzt und bisweilen auch \u201egef\u00fcrchtet\u201c als \u201eMischer\u201c. Diesen Spitznamen hat er bekommen, weil er bei den gemeinsamen Unternehmungen immer darauf achtet, dass \u00d6sterreicher und Deutsche nicht unter sich bleiben, sondern sich gegenseitig kennenlernen.<\/p>\n<p>Aus der Ehe mit seiner ersten, bereits verstorbenen Frau Karin hat Hiendl eine Tochter und zwei S\u00f6hne. Stefan Hiendl wurde, wie sein Vater, ebenfalls Architekt. Adolf Hiendl ist mittlerweile mehrfacher Opa.<\/p>\n<p>Mit 78 Jahren f\u00fchlt sich Adolf Hiendl noch immer fit und gesund. Neben dem Motorradfahren geht er auch gerne zum Golfen. Auf sein Leben, so ausgef\u00fcllt, dass es manchmal f\u00fcr zwei gereicht h\u00e4tte, schaut er mit Dankbarkeit zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungen eines Architekten Wie Adolf Hiendl nach der Handelsschule Karriere machte Wenn Adolf Hiendl von seinem Haus in der Innstadt aus dem Fenster schaut, f\u00e4llt sein Blick auf die Turnhalle des Leopoldinums gegen\u00fcber. 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