Youtube: Warum der Artikel 13 eigentlich nichts ändert

Im Internet kursiert zur Zeit der Hashtag #SafeYourInternet. Der geht vor allem von einem Video aus (https://www.youtube.com/watch?v=3XsBRIxxwCY ), in welchem der Youtuber „Wissenswert“ sehr theatralisch erklärt, wie der neu geplante Artikel 13 der Reform des Urheberrechts, YouTube so wie wir es kennen zerstören wird. Er sagt zum Beispiel auch: „Es werden alle Kanäle wie wir sie kennen, lieben und auch immer wieder schauen ge­löscht werden. Es werden nur noch ein paar wenige Kanäle von großen Unternehmen bestehen bleiben.“ Fragt man aber die wirklichen Experten, sagen diese alle das Glei­che: „Das wird so niemals passieren.“

Es gibt aktuell 3 Entwürfe für den Artikel 13, der Erste ist vom Europarat, der Zweite vom Europaparlament und der Dritte der EU-Kommission.

Inhalt des Entwurfes des Artikel 13 vom Europarat:

Der sieht vor, dass zuerst einmal nicht mehr derjenige der das Video oder ähnliches hoch lädt für den Urheberrechtsverstoß haftet, sondern die „Medien-Sharing-Dienste“, welche  die Medien im Internet verteilen und so für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Das würde bedeuten, dass YouTube so behandelt wird, als ob sie den Urheberrechtsverstoß bege­hen würden. Da könnte man ja dann meinen, dass der Uploader fein raus ist und YouTube sowieso alle Kosten übernimmt oder YouTube sich die Kosten von dem Nutzer bezahlen lässt. Das wäre dann aber nicht sehr sinnvoll für YouTube und würde viele Kosten verursachen.

Ein weiterer Punkt den der Entwurf vorsieht ist, dass wenn die „Medien-Sharing-Dienste“ alles in ihrer Macht stehende getan haben, um diesen Verstoß zu unterbinden müssen sie keine Haftung tragen. Das würde heißen, dass sich kaum etwas zu jetzt ändern würde.

Inhalt des Entwurfes des Artikel 13 vom Europaparlament:

Hier heißt es, dass YouTube faire und angemessene Lizenzvereinba­rungen abschließen soll und so müssten sie diese mit den Urhebern der einzelnen Medien abschließen, was aber schwierig bis unmöglich sein könnte, da YouTube nicht wissen kann, dass einem der Content nicht gehört, sondern er gestohlen wurde und so nicht mit dem Urheber einen Lizenzvertrag abschließen kann. Somit wird gesagt, dass wenn YouTube keine Lizenzvereinbarung mit dem Urheber hat, sollen sie haf­ten. Das Parlament meint damit aber auch, dass YouTube mit den gan­zen Major Labels wie Sony, Warner etc. Lizenzvereinbarungen abschlie­ßen sollte, aber da müsste YouTube theoretisch mit der ganzen Welt Lizenzverträge abschließen. Das würde bedeuten, wenn YouTube einen Lizenzvertrag mit Sony abschließt, kann jeder kleine Youtuber Sony Content hochladen, was auch keinen Sinn machen würde.

Inhalt des Entwurfes des Artikel 13 der EU-Kommission:

Die Kommission sagt, dass YouTube Maßnahmen ergreifen muss um zu verhindern, dass Urheberrechtsverletzungen stattfinden. Wenn das aber nun doch der Fall sein sollte, dann müsste YouTube für alle Ver­stöße haften.

Nimmt man als Beispiel ein Fotograf fotografiert einen Baum und stellt es ins Internet. Jemand andres lädt dieses Bild jetzt auf YouTube hoch (theoretisch) und versichert somit in der Lizenzvereinbarung, dass dieses Bild ihm gehört und macht sich somit strafbar. Laut manchen Entwürfen würde jetzt aber YouTube für diesen Verstoß des Urheberrechts haften und somit eine Strafe zahlen müssen. Wenn aber der Entwurf des Rates in Kraft tritt, dann müsste YouTube keine Haftung übernehmen, da sie alles in Ihrer Macht stehende getan haben.

Wir müssen uns darüber aktuell noch überhaupt keine Sorgen machen, dass wenn wirklich einer der letzteren Entwürfe in Kraft tritt, da es noch mindestens ein weiteres Jahr dauert bis es in den einzelnen Ländern in das Gesetz aufgenommen wird.

Johannes Unrecht, 9 B

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