Abschlussfahrt führt Wirtschaftsschüler in die österreichische Metropole
Drei Tage raus aus dem Schulalltag, gemeinsam unterwegs sein und eine der schönsten Städte Europas entdecken – die Abschlussfahrt der Klassen 11A und 11B mit den begleitenden Lehrkräften Frau Reiter, Frau Reitmaier und Herrn Häffner nach Wien bot dazu die perfekte Gelegenheit. Mit dem Bus ging es am Montagmorgen an der Wirtschaftsschule los und nach einer entspannten Fahrt erreichten wir nach dreieinhalb Stunden voller Vorfreude die österreichische Hauptstadt.
Neues Leben in alten Gemäuern
Nach dem Check-In im JUFA-Hotel in Simmering führte unser erster Weg mit der U-Bahn zum Mittagessen zu den Gasometern Wien. Die riesigen ehemaligen Gasspeicher zeigen eindrucksvoll, wie historische Industriearchitektur modern genutzt werden kann. Wo früher Gas gespeichert wurde, befinden sich heute Wohnungen, Geschäfte, Restaurants und Veranstaltungsräume – eine spannende Kombination aus Geschichte und Gegenwart.
Wien zum Gruseln
Wer glaubt, Wien sei nur für Schlösser, Oper und Sachertorte bekannt, wurde bei unserer Stadtführung eines Besseren belehrt. Unter dem Motto „Geister und Legenden“ entdeckten wir bei einer abendlichen Tour die geheimnisvolle Seite der Stadt. Von der Wiener Hofburg ging es durch verwinkelte Gassen wie die Blutgasse, über historische Plätze zum Stephansdom. Wir hörten spannende Geschichten über rätselhafte Gestalten, die Weiße Frau oder die Blutgräfin, mysteriöse Ereignisse, beispielsweise das Ableben von Kronprinz Rudolph samt seiner Mätresse, und alte Wiener Sagen über Vampirismus und Serienkiller. So wurde Geschichte lebendig – und zuweilen auch ein wenig gruselig.
Zeitreise in die Wiener Vergangenheit
Am Dienstagvormittag ging es bei Vienna Time Travel auf eine außergewöhnliche Reise durch die Geschichte Wiens. Mithilfe moderner Technik, beeindruckender Spezialeffekte und beweglicher Sitze fühlte es sich an, als wären wir mitten im Geschehen. Ob Römerzeit, Kaiserreich oder Gegenwart – Geschichte wurde hier alles andere als langweilig. In den tief unter der Stadt gelegenen Kellergewölben entführte uns Bruder Franziskus in die Vergangenheit. Dabei erhielten wir Einblicke in die Römerzeit, Wien wurde damals Vindobona genannt, und in die Zeit der türkischen Belagerung. Wir hatten sogar die Ehre einer Audienz bei Kaiser Franz-Josepf und Kaiserin Sisi beiwohnen zu dürfen. Der Besuch eines nachgebauten unterirdischen Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg machte zudem erlebbar, wie furchteinflößend sich das Ausharren unter der Erde bei jedem Fliegeralarm angefühlt haben muss … die Geschichte Wiens wurde für uns so hautnah erlebbar.
Kann man seinen Augen trauen?
Im Museum der Illusionen war genau das nachmittags die große Frage. Schräge Räume, verblüffende Spiegel, optische Täuschungen und faszinierende Experimente sorgten für viele staunende Gesichter und noch mehr lustige Erinnerungsfotos. Hier wurde viel gelacht – und doch blieb manches Rätsel bis zum Schluss ungelöst. Herr Häffner musste sich zudem ziemlich ins Zeug legen, damit Frau Reiter und Frau Reitmaier im Museum nicht vom Balkon stürzten. Oder handelte es sich dabei letzten Endes doch nur um eine Illusion? Irgendwie standen hier einige plötzlich Kopf …
Adrenalin im Wiener Prater
Natürlich durfte auch ein abendlicher Besuch im berühmten Wiener Prater nicht fehlen. Zwischen Essensduft, Fahrgeschäften, Losbuden und dem traditionsreichen Riesenrad war für jeden Geschmack etwas dabei. Während einige den Nervenkitzel bei waghalsigen Fahrten suchten, genossen andere den herrlichen Ausblick über Wien vom Riesenrad aus oder schlenderten gemütlich über das bunte Pratergelände. Das Lehrerteam um Frau Reiter stattete zum Abendessen dem „Englischen Reiter“ einen Besuch ab. Wenn zwei Englischlehrkräfte reisen, lässt sich so etwas halt nicht vermeiden. Der Abend sorgte für beste Unterhaltung bevor es für einige zurück ins Hotel ging, um der Übertragung des WM-Halbfinalspiels zwischen England und Argentinien beizuwohnen.
Kunst und Architektur
Am Mittwochvormittag blieb noch einmal Zeit, zum Shoppen und Abschiednehmen bevor sich die Gruppe am frühen Nachmittag auf die Heimreise machte. Für das beinahe völlig hitzebeständige Lehrertrio lautete das Motto jedoch nicht „Souvenir-Shopping“ sondern „Kunst und Architektur“ am farbenfrohen Hundertwasserhaus und dem gegenüberliegenden Hundertwasser Village des gleichnamigen Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Runde Formen statt Ecken und Kanten, farbiges Mosaik statt Einheitsfarbe, unebener Boden statt gerade Fläche, Baumbewuchs statt Betonwüste – all dies findet sich im kunterbunten Stil des Künstlers wieder. Am Ende der Hundertwasser-Tour verschlug es das Lehrerteam zu Kaffee und Kuchen in den schattigen Garten im Kunst Haus Wien.
Viele Eindrücke und schöne Erinnerungen
Zwischen den abwechslungsreichen Programmpunkten blieb auch genügend Zeit, Wien selbst zu erkunden, durch die Innenstadt zu bummeln, Souvenirs zu kaufen oder ein typisch österreichisches Café zu besuchen.
Nach drei ereignisreichen Tagen hieß es schließlich am Mittwochnachmittag “Servus Wien”. Mit vielen neuen Eindrücken, unzähligen Fotos und jeder Menge schöner Erinnerungen traten wir die Rückfahrt nach Passau an. Der Städtetrip nach Wien war für alle Beteiligten ein gelungener Abschluss der gemeinsamen Schulzeit – abwechslungsreich, spannend und vor allem unvergesslich.
Birgit Reiter, Verena Reitmaier, Adrian Häffner












