Ökonomische Verbraucherbildung

Wirtschaftliches Wachstum und technischer Fortschritt kennzeichnen das Leben in den westlichen Industrieländern und verändern kontinuierlich die Lebensbedingungen. Im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen verfügen viele Verbraucher nicht über ausreichende Kompetenzen. Sie haben immer häufiger Schwierigkeiten mittels entsprechender Fähigkeiten und Fertigkeiten, gestützt auf wertgebundene Einstellungen, ihren Konsumalltag zu bewältigen.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind teils erhebliche Defizite im Bereich der Verbraucherkompetenz feststellbar. Sie haben ein vergleichsweise hohes Anspruchsniveau, was sich in entsprechenden Konsumwünschen äußert. Verstärkt werden diese Wünsche durch zahlreiche Konsumangebote, die zunehmend auch im Internet Verbreitung finden. Zudem werden Kinder und Jugendliche von Unternehmen gerne als eigenständige Käufergruppe beworben. Konsequenzen finanzieller und rechtlicher Art sind für viele aber nur schwer abschätzbar, so dass es vielfach bereits bei jungen Verbrauchern zur Ver- bzw. Überschuldung kommt.

 

Aus diesem Grund sind bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weitere schulische Bildungsmaßnahmen im ökonomischen Bereich unumgänglich. Dabei gilt es nicht nur Grundlagen wirtschaftlichen Handelns sondern auch verbraucherorientierte Kompetenzen zu vermitteln.

 

Verbraucherbildung  bezieht sich auf alle Bereiche des menschlichen Lebens in denen Konsum stattfindet, wie z. B. Ernährung, Gesundheit, Wohnen, Mobilität, Freizeit, Sport und vieles mehr. Gegenstand der Verbraucherbildung sind aber nicht nur produkt- und dienstleistungsbezogene Inhalte, sondern auch – von den oben genannten Themen unabhängig – ökonomische, ökologische, technische, rechtliche, politische, kulturelle, ethische sowie sozial- und naturwissenschaftliche Dimensionen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

 

Das wachsende Problem der privaten Ver- und Überschuldung unterstreicht den Handlungsbedarf im Bereich der ökonomischen Verbraucherbildung.

 

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Justiz und Verbraucherschutz Richtlinien für die Umsetzung der Ökonomischen Verbraucherbildung herausgegeben.

Die Kernbereiche der Richtlinien sind dabei die Vermittlung von

  • Marktkompetenz
  • Finanzkompetenz
  • Informations- und Datenkompetenz.

 

Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung hat im Schuljahr 2010/11 einen Schulversuch gestartet mit dem Ziel, Umsetzungsmöglichkeiten für diese Richtlinien zu entwickeln und für alle allgemein bildenden Schulen sowie für die Wirtschaftsschulen nutzbar zu machen.

 

Die Staatliche Wirtschaftsschule Passau wurde als eine von zwei Wirtschaftsschulen in ganz Bayern für diesen Schulversuch ausgewählt, als verantwortlich für dieses Projekt zeichnen die beiden Lehrkräfte Frau StDin Anna Maria Siegert und Herr OStR Johann Tillinger.

 

Umgesetzt wird der Schulversuch an der Staatlichen Wirtschaftsschule Passau seit September 2010  im Rahmen des Faches Projektarbeit, an dem Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 Z klassenübergreifend beteiligt sind.

 

 

Ausgewählte Inhalte im Rahmen der drei Kernkompetenzen:

 

Marktkompetenz

Die Schüler

• beurteilen Qualität, Kennzeichnung, Marken und Preise von Produkten,

• schätzen ihre eigenen Rechte und Pflichten wirklichkeitsnah ein,

• erkennen eigene Konsumgewohnheiten und hinterfragen Konsumwünsche

 

 

Finanzkompetenz

Die Schüler

• nutzen Strategien, die Gewinnung und Verwendung finanzieller Mittel im Einklang zu halten,

• sorgen finanziell für ihre Zukunft vor.

 

 

Informations- / Datenkompetenz

 Die Schüler

• ermitteln geeignete Informationsquellen,

• werten Informationen aus und ziehen Schlussfolgerungen,

• gehen mit persönlichen Daten bewusst um.

 

Im Rahmen des Schulversuchs zur Ökonomischen Verbraucherbildung ist auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern von großer Bedeutung. Für die Staatliche Wirtschaftsschule Passau stellten sich hierbei u .a. dankenswerter Weise zur Verfügung:

 

– Deutsche Bank, Filiale Passau (Herr Kuttner)

– AOK Passau (Frau Spieleder)

– Diakonie Passau, Schuldnerberatung (Herr Nömeier)

– SHM GmbH Passau (Frau Maier)

 

Hier noch ein Bild unserer Projektgruppe 2011/2012 mit den beiden Projektleitern (Herr Tillinger und Frau Siegert):

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