Von Begegnungen mit Krokodilen über das Leben im Outback bis hin zu den Geschichten der Aborigines: Karin Korsiger brachte ein Stück Australien in den Englischunterricht der Wirtschaftsschule.
Wie fühlt es sich an, wochenlang durch die Weiten Australiens zu reisen? Welche Herausforderungen hält das Leben im Outback bereit? Und welche Begegnungen bleiben besonders lange in Erinnerung? Antworten auf diese Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler der Vorabschlussklassen bei einem besonderen Besuch im Englischunterricht.
Mit Karin Korsiger war eine erfahrene Australienreisende zu Gast, die nicht nur von ihren Erlebnissen berichtete, sondern auch zahlreiche Fotos und persönliche Erinnerungsstücke mitgebracht hatte. Schnell entwickelte sich daraus eine abwechslungsreiche Begegnung mit einem Land, das für viele Jugendliche bisher vor allem aus dem Englischbuch bekannt war.
Wenn Ameisen zum Reiseproblem werden
Australien hat Karin Korsiger nachhaltig geprägt. Insgesamt verbrachte die Diplom-Psychologin zwei längere Zeiträume auf dem fünften Kontinent: zwölf Monate während der Jahre 2009 und 2010 sowie weitere neun Monate im Jahr 2020. Ihre Reisen führten sie entlang der Westküste und tief hinein in das weitläufige Outback.
Dass das Leben unterwegs nicht immer nach Plan verläuft, zeigte sich an ihren humorvollen Schilderungen. So konnten Ameisen ihrem Campingbus erheblich zusetzen und machten sich sogar über Lebensmittel im Kühlschrank her. Auch die Fliegen im australischen Busch stellten eine besondere Herausforderung dar. Wie man sich mit einem speziellen Netz vor den lästigen Insekten schützt, konnten die Jugendlichen direkt im Klassenzimmer erleben.
Darüber hinaus erzählte Frau Korsiger von ihrer Mitarbeit auf einer Farm, auf der sie bei der Aufzucht von Krokodilen mitwirkte. Auch australische Familien unterstützte sie im Alltag und bei der Betreuung ihrer Kinder. Besonders ungewöhnlich war ihr Aufenthalt während der Corona-Pandemie: Die Reiseumstände führten dazu, dass sie im Outback bleiben musste. Aus dieser unerwarteten Situation ergaben sich intensive Erfahrungen und persönliche Kontakte, die ihr einen besonderen Zugang zum Leben der Menschen im australischen Busch ermöglichten.
Geschichten, Traditionen und kulturelle Einblicke
Australien besteht jedoch nicht nur aus beeindruckenden Landschaften und aufregenden Abenteuern. Ein weiterer Teil des Vortrags war der Kultur der Aborigines gewidmet. Korsiger stellte den Jugendlichen die Bedeutung der Dreamtime Stories vor und zeigte kunstvoll gemusterte, farbenfrohe Stoffe aus ihren Reiseerinnerungen.
Die mitgebrachten Materialien und persönlichen Fotografien sorgten für anschauliche Einblicke und weckten die Neugier der Klassen. Die Schülerinnen und Schüler konnten Fragen stellen und mehr über die Lebenswelt, die Traditionen und die Besonderheiten des Landes erfahren. Dadurch wurde der Englischunterricht zu einer Begegnung mit einer Kultur, die sich nicht allein aus dem Lehrbuch erschließen lässt.
Reiseerlebnisse zwischen zwei Buchdeckeln
Dass aus ihren Erlebnissen schließlich auch ein Buch entstand, war für viele eine weitere Überraschung. Unter dem Titel „Zwischen Krokodilen und Kängurus – Meine Abenteuer in Australien“ veröffentlichte Karin Korsiger einen persönlichen Bericht über ihre erste Reise durch Australien.
Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie spannend Fremdsprachenunterricht sein kann, wenn persönliche Erfahrungen und authentische Geschichten hinzukommen. Die Jugendlichen erhielten nicht nur neue Eindrücke von Australien, sondern auch einen lebendigen Zugang zu Land, Menschen und Kultur.
Eine besondere Unterrichtsstunde, die Fernweh weckte und sicher noch lange Gesprächsstoff bieten wird!
Verena Reitmaier








