Suchtprävention mit Eisi Gulp

Vor den Herbstferien besuchte der Schauspieler und Kabarettist Eisi Gulp im Zuge der Hackedicht Schultour die Staatliche Wirtschaftsschule. Dabei handelt es sich um ein Alkoholpräventionsprogramm an weiterführenden Schulen ab der 9. Klasse. Ca. 230 Schülerinnen und Schüler der WSP verfolgten an einem Vormittag gebannt Eisis Aufführung in der Turnhalle, die von Herrn Reitberger in einen Veranstaltungsraum verwandelt worden war. Auf unterhaltsame, aber eindringliche Weise regte der Kabarettist die Jugendlichen zum Nachdenken über ihr Konsumverhalten an. Dabei kamen neben Nikotin und Alkohol auch Drogen zur Sprache. Eisi verwendete dabei nie den erhobenen Zeigefinger, sondern ermutigte die Schülerschaft dazu, Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen, die „Birne einzuschalten“ und sich zu fragen „Brauch ich das wirklich?“. Eindringlich appellierte er an die Zuschauer, die „Schäfchenmentalität“ des „Mitmachens, Nachmachens, weil es die anderen machen“ kritisch zu hinterfragen und eigene Entscheidungen zu treffen. Auf der Bühne schlüpfte der Schauspieler in unterschiedliche Typen von Betrunkenen, verkörperte anschaulich, wo übermäßiger Alkoholkonsum häufig endet, nämlich kopfüber da, wo man sonst nur sein Hinterteil platzieren würde, und fragte die jungen Leute, ob sie sich im Bezug auf Nikotinkonsum jemals freiwillig über den Kamin hängen, am Lagerfeuer in Windrichtung sitzen oder Abgase inhalieren würden. Er forderte die jungen Zuschauer auch dazu auf, sich zu informieren und die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters zu nutzen. Die 90-minütige Aufführung verging wie im Fluge, begeisterte die Anwesenden und regte sicherlich zum Nachdenken an.

Für interessierte Lehrkräfte fand an einem Nachmittag zudem eine dreistündige Lehrerfortbildung statt, bei welcher die Teilnehmer von Referenten der Münchner Organisation Condrobs, die sich u. a. für Suchtprävention engagiert, unterschiedliche Methoden kennenlernten, um mit ihren Klassen zur Nachbereitung des Kabaretts ins Gespräch zu kommen und nochmals an konkreten Beispielen das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Am selben Abend fand für interessierte Eltern ein Elterninformationsabend statt, bei welchem den Eltern das Rüstzeug vermittelt wurde, wie sie mit ihren Kindern, z. B. bezüglich Alkoholkonsum, ins Gespräch kommen können, um Denkanstöße zu geben. Dabei sollte der Austausch mit den Jugendlichen im Vordergrund stehen, da der erhobene Zeigefinger oder Verbote nicht zielführend seien.

An zwei Vormittagen erfolgte abschließend eine drei Unterrichtsstunden umfassende Nachbereitung in den einzelnen Klassen, bei der u. a. ein sogenannter Konsumsack zum Einsatz kam, der mit Konsumgütern des täglichen Lebens, aber auch Beispielen für Suchtmittel, gefüllt war. Die Inhalte dieses Konsumsacks dienten Schülern wie Lehrkräften als Anstoß für eine Auseinandersetzung und kritische Reflexion des eigenen Konsumverhaltens.